Zunfthose - Die Arbeitshose mit Tradition

Zimmermannshose, Dachdeckerhose...

Zunfthose für DachdeckerDer Ursprung der Zünfte ist erstmalig gegen 1143 urkundlich erwähnt worden. In den Folgejahren entstanden zahlreiche Handwerksvereinigungen die sich in Zünften bildeten. In unserem heutigen Wortschatz finden wir immer noch Begriffe wie "zünftiges", "gesellig", "ungehobelt" - all diese Worte haben Ihren Ursprung in den Zünften und auch wenn mit der Aufhebung des Zunftzwanges und der Einführung der Gewerbefreiheit die einzelnen Zünfte ihr politisches und wirtschalftliches Ansehen verloren haben, gibt es auch heute Bereiche im Handwerk in denen die Traditionen des Zunftlebens  noch immer aufrecht gehalten werden. Immernoch gehen Gesellen auf die Walz / Tippelei / Wanderschaft im wesentlichen ohne Hab und Gut nur Zunfthose + komplette Kluft, Zubehör und einige wenige Habseeligkeiten für 3Jahre und einen Tag. 

Auch wenn heute viele Gesellen des Dachbaus & Holzbaus nicht mehr unterwegs sind bleibt die Dachdeckerhose und auch die Zimmermannshose traditionell eine Zunfthose.

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Die Besonderheiten der Zünfte von der Zunfthose bis zum Charlie

Während Zylinder oder Koks (eine Art Melone) quasi fast nicht mehr zu sehen sind, gibt es hier und da immer noch und sei eher als modischer Trend den Schlapphut mit der breiten Krempe. Die Zunftstaude - das kragenlose Hemd in weiß gehört ebenso nur noch selten zur heutigen Zunftkleidung auf den Baustellen. Vielmehr haben sich aber Zunftweste und Zunfthose (meist als Dachdeckerhose oder Zimmermannshose) und das eine oder andere Zunftzubehör wie z.B. das Charlottenburger, auch Charlie genannt, im heutigen Arbeitsleben gehalten. Während 8 Knöpfe in Perlmutt die Weste zieren (sie stehen für 8Stunden Arbeit am Tag), Sind an der Joppe (der Zunftjacke) an den Ärmeln jeweils 3 Knöpfe (sie stehen für 3 Jahre Lehrzeit und 3 Jahre Gesellenzeit).

Bei allen traditionellen Dingen die zur Zunftkluft gehörten haben die Zunfthosen wohl am ehesten Bestand. Waren früher die Farben den einzelnen Bereich zugeordnet: 

  • für die Holzberufe in schwarz
  • für die Steinberufe in weiß, mörtel, oliv, steingrau, beige
  • für die Metallberufe blautöne

Berufskleidung Zunft... so ist heute oftmals die Zunfthose in schwarz anzutreffen. Übrigens nicht nur als Arbeitshose für zünftige Handwerker - gerade in der Motorad-Szene sind Zunfthosen durchaus sehr begehrt. Natürlich kein 0815 - das muss es schon aus der Bötticher (FHB) oder Herforder (Pionier) Zunft sein.


Auf http://www.dasheiligereich.de/handwerk-und-zuenfte/ findet man einiges an historischen Informationen über die Entstehung, den Aufstieg und auch den Niedergang der Zünfte.

Die heute noch existenten Zünfte im Überblick gibt es auf Zimmerin.de - Vereinigung der rechtschaffenen Fremden Zimmerer- und Schieferdeckergesellen Deutschlands bis zum Rolandschacht kurz aber hinreichend erklärt.